Religion

Katholische und Evangelische Religion

schulinterner Lehrplan für die Oberstufe


[Religion-Hauptseite] [zur Fächerübersicht]
Inhalt:
Einleitung
Gründe für die Teilnahme am Religionsunterricht
Das Kursprogramm
Methoden und Prinzipien
Wahlmöglichkeiten
Bildhinweise

Einleitung:
 [zurück zum Inhaltsverzeichnis]

Liebe Schülerinnen und Schüler,

auf den folgenden Seiten möchten wir Religionslehrerinnen und Religionslehrer euch das Fach "Religionslehre in der Oberstufe" vorstellen. Da die Inhalte der evangelischen und katholischen Religionslehre fast gleich sind und beide Fächer auch den gleichen Stellenwert im Kanon der übrigen Fächer haben, stellen wir hier beide Fächer vor und weisen bei den entsprechenden Stellen auf die Unterschiede hin.

Der universale Charakter dieses Faches zeigt sich im neuen Curriculum in der Nichtzuordnung zu einem der drei üblichen Aufgabenfelder: dem sprachlich-literarisch-künstlerischen, dem gesellschaftwissenschaftlichen und dem mathematisch-naturwisssenschaftlich-technischen.

Dennoch hat es mit allen drei Bereichen sehr viel zu tun; es schlägt eine Brücke zu allen Bereichen, auch zu dem Fach Sport. Ihr wisst aus eigener Erfahrung, dass der christliche Glaube in unserer Zeit keine Selbstverständlichkeit ist.



Gründe für die Teilnahme am Religionsunterricht:
[zurück zum Inhaltsverzeichnis]

Der Religionsunterricht wendet sich an alle. Diejenigen, die meinen, nicht glauben zu können, finden hier die Möglichkeit, sich mit einer wichtigen Sache auseinander zu setzen. Denen, die eine Orientierung suchen, zeigt er einen Weg. Die gläubigen Schüler können hier eine Bereicherung und Vertiefung ihres Glaubens erwarten. Allen Schülern gibt der Religionsunterricht Rechenschaft vom Glauben. Allerdings ist der Religionsunterricht in der Schule etwas anderes als ein Gottesdienst in einer Gemeinde oder ein Treff einer Jugendgruppe. Er setzt keine Identifikation mit dem Glauben voraus. Von allen Teilnehmern wird aber Offenheit für wichtige Lebensfragen und Ernsthaftigkeit des Denkens erwartet. Für die Teilnahme am Religionsunterricht sprechen verschiedene Gründe:

Kulturgeschichtlich: Das Christentum gehört zu unseren prägenden geistigen Überlieferungen. Ohne elementare Kenntnis davon können wir unsere Gesellschaft und Politik, unsere Kunst und Geschichte nicht verstehen. Die Information über andere Religionen und Weltdeutungen erweitert unseren Horizont.

Gesellschaftlich: Typische Gefahren unserer Zeit sind Einpassung in die verwaltete Welt und Konsummentalität, Gleichgültigkeit gegenüber ethischen Werten und eindimensionales Denken, das nur das Zähl- und Messbare gelten lässt, sowie postmoderne Beliebigkeit. Der Religionsunterricht diskutiert diese Einstellungen; oftmals ist er ein kritischer Protest gegen gängige Selbstverständlichkeiten in unserer Gesellschaft.

Anthropologisch: Der Religionsunterricht fragt nach dem Grund und Ziel des Menschen. Er möchte einen Beitrag dazu leisten, dass unser Leben glückt und dass wir unsere Rolle und Aufgabe in der Gemeinschaft und im persönlichen Bereich angemessen sehen und wahrnehmen können.


Das Kursprogramm:
[zurück zum Inhaltsverzeichnis]


Im Folgenden erhaltet ihr einige Informationen über den Religionsunterricht der gymnasialen Oberstufe. Diese können nicht vollständig sein. Weitere Fragen beantworten euch gern eure Religionslehrerinnen und Religionslehrer.

Wie bisher geht auch das neue Curriculum von 5 Dimensionen (oder theologische Themenfelder) aus, denen obligatorische Inhalte zugeordnet sind.
 

Inhaltliche Dimensionen
Obligatorische Inhalte
Die christliche Anwort auf die Gottesfrage:
  • Wege des Redens von Gott/biblisches Sprechen von Gott
  • Glaube und Wissen/Religionskritik
  • Praxis des Glaubens/Spiritualität
Das Zeugnis vom Zuspruch und Anspruch Jesu Christi:
  • Reich-Gottes-Verkündigung Jesu
  • Tod und Auferstehung Jesu
  • Heilsbedeutung Jesu Christi
Die Kirche und ihre Aufgabe in der Welt:
  • Ursprung der Kirche
  • Auftrag der Kirche
  • Wirklichkeit der Kirche
Das Welt- und Geschichtsverständnis aus christlicher Hoffnung: 
  • Eschatologische Verheißung und Erfüllung
Die Sinngebung menschlichen Daseins und Handelns aus christlicher Motivation
  • Mensch-Sein in heilsgeschichtlicher Sicht
  • Grundbegriffe, Modelle und Charakteristika christlicher Ethik
  • Handeln aus dem Glauben

Hinter diesen abstrakten Formulierungen der Dimensionen stehen Fragen und Erwartungen aus dem Leben, z.B.:

Darüber hinaus wünscht das Curriculum, dass die einzelnen Fachkonferenzen diese obligatorischen Inhalte (rechte Seite der Tabelle) bei der Aufteilung auf die einzelnen Halbjahre verschränkt werden. Das hat viele Vorteile, z. B.:



Methoden und Prinzipien:
[zurück zum Inhaltsverzeichnis]

Was die Methoden des Faches angeht, so schreibt das Curriculum verschiedene Methoden vor (für den katholischen Unterricht allerdings nur die Methode "Schriftauslegung"). Andere Methoden sind z. B.:

Erkenntnisformen der Geisteswissenschaften, Methoden der Naturwissenschaft, Kirchensoziologische Erhebungen, Begriffs- und Modellbildung, Sprachanalyse, Hermeneutik, historisch-kritische Methode, Fallbeispiele, Methoden der Futurologie, Nichtvergleichbarkeit als besonderes Problem der Exegese.

Außerdem schreibt das Curriculum vor, das theologische Themenfeld 1 (Gottesfrage) dominant in der Qualifikationsphase zu erschließen, mindestens in einem Halbjahr soll eine projektierte Unterrichtsreihe ein Schwerpunkt sein, die Lektüre und vertiefte Auseinandersetzung mit einer Ganzschrift ist für den evangelischen Unterricht obligatorisch und muss mindestens einmal in der Qualifikationsphase geleistet werden. Für den katholischen Unterricht wird die Lektüre einer Ganzschrift sehr empfohlen.

In der Fachkonferenz vom 21. Oktober 1999 wurde beschlossen, dass das Fach Religion auch einen eigenen Beitrag zum Schulprogramm leisten sollte.

Einen solchen Beitrag sehen wir in den regelmäßig angebotenen Schulgottesdiensten in allen Stufen während des Schuljahres - getrennt nach den Stufen 5-8; 9+10; 11;12 und 13, in den besonderen Gottesdiensten am Schuljahrsende, vor den Weihnachtsferien und zum Abitur und ganz besonders in den Gottesdiensten bei Todesfällen.

Nach Beschlussfassung der Lehrerkonferenz vom 29. Februar 2000 sollen alle Fächer (außer Sport) die Begleitung von Facharbeiten übernehmen. Das gilt auch für das Fach Religion.
 


Wahlmöglichkeiten:
[zurück zum Inhaltsverzeichnis]


Religion im Leistungskurs bieten wir an unserer Schule nicht an. Religion im Grundkurs muss an allen Schulen eingerichtet werden.

Von 11/1 bis 13/2 wird der Unterricht in drei Wochenstunden angeboten.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Wahl:
Religion als drittes oder viertesAbiturfach: Dazu ist Kontinuität von 11 bis 13 notwendig. Spätestens ab Stufe 12 muss Religion dann Klausurfach sein.

Als Abiturfach kann Religion das gesellschaftswissenschaftliche Aufgabenfeld abdecken.

Religion ohne Abiturprüfung:
Hier entfällt die Pflicht zur Teilnahme an den Klausuren. Die Kurse von 11/1 bis 12/2 sind als Minimalprogramm verpflichtend. Darüber hinaus kann jede Schülerin bzw. jeder Schüler aber auch an allen sechs Kursen der Sekundarstufe II teilnehmen. Die Religionslehrer und Religionslehrerinnen empfehlen dieses volle Programm, weil es einen besseren Überblick über die vielen Aspekte des Faches gibt.

Wir wünschen euch einen guten Start in die Oberstufe.

Eure Religionslehrer und Religionslehrerinnen


Hinweise zu den Bildern:
 [zurück zum Inhaltsverzeichnis]

Bild 1 Richard Oelze (*1900) "Erwartung"
Bild 2 Menhir von Kerloas (der größte noch stehende Hünenstein, 12 m hoch bei Plouarzel in der Bretagne)
Bild 3 A. Paul Weber (1893-1980) "Der Plumpudding"
Bild 4 unbekannt
Bild 5 René Magritte (1898-1967) "Reproduction interdite (Die verbotene Wiedergabe)"
Bild 6 unbekannt
Bild 7 Joseph Beuys (1921-1986) "Kreuzigung"

letzte Seitenänderung: 11.4.2000

[Seitenanfang]